Ampelkennzeichnung - Farbliche Anzeige auf Lebensmitteln
Das Ziel dieser farblichen Auszeichnung von Nahrungsmitteln ist es, dem Verbraucher eine einfache und verständliche Übersicht zum Gehalt von Fett, Salz, Zucker und gesättigten Fettsäuren eines bestimmten Lebensmittels zu geben.
Was bedeutet die "Lebensmittelampel"?

Ampelkennzeichnung
(Verbraucherzentrale Bundesverband)
- Zum Einen werden unterschiedliche Mengenangaben verwendet (30g bzw. "eine Portion", statt einem einheitlichen Richtwert von 100g).
- Bei einigen Lebensmittel ist die Menge "eine Portion" schlicht unrealistisch (Beispiel: Kartoffelchips).
- Die Nährwertangaben beziehen sich auf die empfohlene tägliche Menge für einen Erwachsenen, auch wenn es sich bei dem Nahrungsmittel um ein Produkt handelt, dass überwiegend von Kindern verzehrt wird (Beispiel: Frühstücks-Cerealien).
- Die Angabe der Inhaltsstoffe kann an einer frei wählbaren Position auf der Verpackung aufgedruckt werden, was sie nicht immer sofort sichtbar werden lässt.
Heutzutage ernähren sich viele Menschen ungesund, weil sie sich nicht bewusst sind, was genau sie zu sich nehmen. Die nicht einheitliche und teils nur schwer nachvollziehbare Kennzeichnung wie oben beschrieben trägt wahrscheinlich einen Teil zu dieser fehlerhaften Ernährung bei. Dies alles erschwert natürlich auch den Wunsch vieler Menschen, durch eine gesunde Ernährung und ergänzende sportliche Aktivität, ihr Gewicht zu reduzieren und so ihr allgemeines Wohlbefinden zu steigern.
Ein weiterer Grund für den Konsum ungesunder Produkte sind werbetechnische Hilfsmittel: Gut klingende Phrasen wie "Vollkorn" (z.B. bei Cerealien), "ohne Fett" (z.B. bei Weingummi) oder "30% weniger Fett" (z.B. bei Chips) suggerieren dem Verbraucher, etwas Gesundes zu essen. Die übrigen Zutaten finden wenig Beachtung, obwohl darin oft die ungesunden Inhaltsstoffe und die meisten Kalorien enthalten sind.
Vorteile und Nachteile der Lebensmittelkennzeichnung
Der größte Vorteil für den Verbraucher liegt wohl darin, dass er anhand eines vertrauten Farbschemas
einfach und schnell erkennen kann, ob das jeweilige Nahrungsmittel viel Fett, Zucker, Salz (bzw. Natrium)
oder gesättigte Fettsäuren enthält.
Die vorhandene Mengenanzeige - bezogen auf einen Richtwert von 100 Gramm bzw. 100 Milliliter bei Getränken -
erleichtert die Einordnung und den Vergleich mit anderen Produkten noch zusätzlich.
Ein Aufdruck auf der Vorderseite der Produktpackung würde ausserdem ein schnelles Erfassen der enthaltenen
Inhaltsstoffe ermöglichen.
Die Nachteile sind eher auf Seiten der Nahrungsmittel-Industrie zu suchen. Die Einführung der
"Ampel" in anderen Ländern (wie z.B. Großbritannien) hat gezeigt, dass die Verkaufszahlen von Produkten mit hohen
Anteilen (d.h. roter Kennzeichnung) der ausgewiesenen Inhaltsstoffe rückläufig waren.
Die Hersteller dieser Nahrungsmittel müssten folglich - zum Wohle der Verbraucher! - die Rezepturen ihrer
weniger gesunden Produkte ändern, was natürlich zusätzliche Kosten verursachen würde.
Warum gibt es keine verpflichtende Kennzeichnung bei Lebensmitteln?
Die bisherigen Initiativen zur Einführung einer einheitlichen Ampelkennzeichnung in Deutschland scheiterten am Widerstand der Nahrungsmittelhersteller und der Politik. Die Argumente der Wirtschaft scheinen demnach schwerer zu wiegen, als die Interessen der Verbraucher. Man plant lediglich, sich auf eine Kennzeichnung auf freiwilliger Basis zu einigen. Hier bleibt zu befürchten, dass das eigentliche Ziel der Lebensmittelampel - eine schnelle Einschätzung und einfache Vergleichsmöglichkeit für die Verbraucher - einmal mehr verfehlt wird.
Wir werden die Entwicklung dieses wichtigen Themas weiterhin verfolgen.
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